Elbe und Schwentine

Nach den Bergen ist vor den Bergen und dazwischen? Lag eine Kajaktour in Norddeutschland, mit meinem neuen Spielzeug: dem Kajak Point Martini.

Elbe

Mein erstes Ziel: das Alte Land im Landkreis Stade – vor den Toren Hamburgs – in den Elbmarschen. Hinter dem beschaulichen Jork habe ich mir einen Einstieg in die Elbe gesucht und auch gefunden. Alles gut so weit, wäre da nicht die Farbe des Wassers.

Die trübe Elbe bei Hamburg

Ich bin halt mit dem „kristallklaren“ Wasser des Rheins arg verwöhnt. Mit der hereinkommenden Flut ließ es sich ganz wunderbar elbaufwärts paddeln. Die Elbinsel Hanskalbsand schützte mich vor der Fahrrinne, in der gewaltige Containerschiffe Richtung Nordsee unterwegs waren.

Denen gewähre ich großzügig Vorfahrt

Hanskalbsand und die Inselverlängerung Neßsand stehen unter strengem Naturschutz und sollten nicht betreten werden. Ich habe also von einer kleinen Siesta im Urwalddickicht abgesehen und war nach gut zwei Stunden wieder an meiner Einstiegsstelle. Dachte ich! Aber die Flut hatte das Uferbild doch arg verändert. Vier Anlandungsversuche habe ich benötigt, bevor ich das richtige Schlupfloch durchs dichte Schilf gefunden hatte.

„Lost“ am Elbestrand

Am nächsten Tag hatte ich keine Lust mehr auf die trübe Elbe und ihr matschiges Ufer. Um bezüglich Berge nicht völlig auf Entzug zu kommen, habe ich einen Abstecher in die Holsteinische Schweiz gemacht. Von der hatte ich schon vorher gehört, auch von der Sächsischen Schweiz. Aber ich hatte keine Ahnung, dass es noch 148 weitere Schweizen in Deutschland gibt, die Unkeler Schweiz zum Beispiel – ganz in meiner Nähe. Da der höchste Berg der Holsteinischen Schweiz, der Bungsberg, es gerade einmal auf 167, 4 Meter schafft, habe ich auch hier die Wanderschuhe im Auto gelassen und mein Kajak wieder ins Wasser geschoben.

Schwentine

Das Revier für meine Kajaktour: Die Holsteinische Seenplatte rund um den Großen Plöner See. Auf der Wiese am Plöner Seglerverein stand ganz zufällig der Plöner See- und Wasserstraßen-Kajak-Guide. Der sagte Moin und dann noch: Versuch mal ein Stück vom Wasserwanderweg Schwentine. Der Knabe mittleren Alters kam mir derart kompetent vor, dass ich seinen Ratschlag befolgt habe. Und es war ein großartiger Ratschlag. Rote Wegweiser an entscheidender Stelle

Die roten Dreiecke weisen an den entscheidenden Stellen den Weg

führten mich über die kleine Schwentine mitten durch Plön in den Schwanensee, in den Stadtsee, den Kleinen Plöner See, den Mühlensee und zurück in den Großen Plöner See. Der ist mit gut 28 km² der größte See in Schleswig Holstein und der zehntgrößte See in Deutland. Er liegt vollständig im Naturpark Holsteinische Schweiz.

Bei starkem Gegenwind musste ich richtig kämpfen auf dem Großen Plöner See

Weils so schön war, bin ein paar Umwege gepaddelt, habe eine kleine Pause zum Beine vertreten gemacht und war nach ca. 3 Stunden und 10 Kilometern wieder zurück an meiner Einstiegswiese, übrigens ohne jede Orientierungsschwierigkeiten.

Info zur Schwentine, von der ich zuvor noch nie gehört hatte: Entspringt auf 124 Metern Höhe in der Nähe des Bungsberges, fließt ca. 63 Kilometer durch die Holsteinische Schweiz und mündet in die Kieler Förde.

Abendidylle am Großen Plöner See

Fazit: Die Elbe ist groß und trüb und nicht mein Paddelrevier. Die Schwentine ist klein und und klar und macht Lust auf ein Wiedersehen.

Hier der Link für den Schwentine-Wasserwanderweg:

https://www.holsteinischeschweiz.de/tour/schwentine-wasserwanderweg

Interner Link für eine weitere Kajaktour

Mit dem Kajak über den Mittelrhein

Ich - Mikka Ich war schon immer eher Läufer und nicht Rädchen-Fahrer. Wir wohnten am Hang, ein unbefestigter Feldweg führte zu unserem Haus. Wir haben unsere Räder immer mehr geschoben als gefahren. Später verdiente ich mein Geld als Bademeister und Fensterputzer, da war ich auch viel zu Fuß unterwegs, ja und dann habe ich mit dem Marathon laufen angefangen. Und mit dem Bergwandern, ich war auch Reiseleiter im Himalaya. Als das Heruntergehen meinen Knien nicht mehr gefiel, hab ich das Paragleiten gelernt. Soviel zu meiner Sportkarriere. Beruflich lief es auch nicht so glatt. Als Junge wollte ich die Wetterstation auf der Zugspitze übernehmen. Es hat dann nur zum Wetterfrosch ohne Ausbildung gereicht. Lehrer konnte ich auch nicht werden, da hatte ich zwar eine Ausbildung, aber das Land NRW keine Jobs. Also wurde ich eben Reiseleiter, Reisereferent, Reiseverkäufer, Reiseredakteur und Reisejournalist. Ich bin ein bisschen herumgekommen. Habe Reisefilme gedreht, Reiseartikel und zwei Reisebücher geschrieben. Ich habe vor und hinter der Kamera gestanden, den Mount Everest fast bestiegen und die Sahara quasi durchquert. Ich bin viele Berge hochgelaufen und heruntergeflogen und ich bin seit 65 Jahren Gladbach Fan. Ich wurde in Mönchengladbach geboren.

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