Linz an der Donau mal anders

Die nach Wien und Graz drittgrößte Stadt Österreichs gehört in der Alpenrepublik nicht zu den Top Reisezielen für ausländische Besucher. Die Stahlwerke der Voestalpine AG sorgten viele Jahre dafür, dass Linz als graue, unattraktive Stahlstadt galt. Das hat sich gewaltig geändert. Heute ist Linz eine sehr quirlige Kultur-, Studenten- und Kongressstadt mit über 200.000 Einwohnern. 2013 war Linz sogar Europäische Kulturhauptstadt. Und nicht nur wegen der weltberühmten Linzer Torte.

Linzer Torte in Vorbereitung

Ich kenne Linz ganz gut, habe die Stadt für die Österreich Werbung porträtiert und wollte in diesem Spätwinter einmal das etwas andere Linz kennenlernen.

Dazu kommen hier 4 Tipps zum Wohnen, zum Essen, zur Kultur und für einen Ausflug raus aus der Stadt.

Wohnen

Das Austria Classic Hotel Wolfinger liegt in der Fußgängerzone, direkt am Hauptplatz, mit Blick auf die Dreifaltigkeitssäule.

Das ist die schöne, über 300 Jahre alte Säule

Das privat geführte Haus blickt auf eine Geschichte bis ins 15. Jahrhundert zurück. Zuerst ein Kloster, später eine Herberge und ein Gasthof und heute ein kleines 3-Sterne Hotel, das einen wunderbaren individuellen Charme besitzt.

Frühstück im „Wohnzimmer“

Und: Ich habe in den letzten Jahren in einer Stadt niemals so ruhig geschlafen wie in diesem Hotel – großartig (Link unten).

Hier herrscht nachts wunderbare Ruhe

Essen

Kaum 100 Meter entfernt und versteckt in einen Innenhof, der vom Hauptplatz abgeht, liegt das Gasthaus Alte Welt. Seit über 30 Jahren kocht hier der Chef selbst, Thomas Wenzel. In seinen jungen Jahren hat er auf der Queen Mary gekocht und in Genf in einem Michelin Restaurant gekrönte Häupter satt und zufrieden gemacht. In der Alten Welt geht es sehr gediegen zu.

Im schönen, alten Innenhof vor der Gaststätte

Die traditionelle, heimische Küche kommt heiß und frisch und lecker auf den Tisch. Aber auch immer wieder ein exotisches Gericht, das einer von Thomas Lehrlingen, die aus aller Herren Länder kommen, mitgebracht hat. Wir waren dreimal hintereinander in der Alten Heimat essen, dann mussten wir leider nach Hause fahren (Link unten).

Kultur

Das Museum für Zahnmedizin liegt ebenfalls am Hauptplatz und soll dem Besucher einen Überblick über die Entwicklung der Zahnmedizin von ca. 1700 bis in die heutige Zeit geben.

Am Eingang des Museums und gleich mittendrin

Der Bader-Stuhl von 1700 war der historische Vorläufer des modernen Zahnarztstuhls. Er erhielt seinen Namen von dem mittelalterlichen Beruf des Baders.

Schon mit Kopfstütze

Der Bader war in der Zeit nicht nur für die Körperpflege seiner Kunden im Badehaus zuständig, sondern er zog auch schon mal einen Zahn, versorgte eine Wunde, oder schiente ein gebrochenes Bein. Spezialisten gab es in dieser Zeit auch schon, die hießen aber nicht Zahnarzt oder Ärztin, sondern Zahnbrecher, oder Zahnbrecherin.  

Das Museum kostet keinen Eintritt. Mir hat es dort gefallen, ich fand es schön skurril.

Ausflug

Der Pfenningberg liegt außerhalb der Stadt und besitzt eine stattliche Höhe von gut 600 Metern.

Die Route: Vom Hauptplatz, über die Nibelungenbrücke zum Ars Electronika Center am Ufer des Inns. Von dort flussabwärts auf dem ausgeschilderten Donausteig durch eine schöne Wiesen- und Auen-Landschaft bis zum Pleschinger See.

Viele Schilder säumen den Weg

Dort werden die Inn-Auen verlassen und die Route führt am Rande von Plesching auf ausgeschildertem Weg bergan.

Mitten auf dem Land, gleich vor der großen Stadt

Die riesige Linzer Industriezone zu Füßen wandert man entspannt dahin, bis ein schmalerer und steiler Pfad die letzten 150 Höhenmeter überwindet. Von oben fehlt eine schöne Aussicht, dafür gibt’s immerhin ein echtes Gipfelkreuz.

Vom Pfenningberg gibts keine Fernsicht

Wer die Tour komplett vom Linzer Hauptplatz hin und zurück geht, hat anschließend über 20 Kilometer in den Beinen. Wem das zu viel ist, der sollte von Plesching den Bus zurück in die Stadt nehmen. Ich hatte so schönes Frühlingswetter, dass ich komplett gelaufen bin.

Und: Ich wusste, dass ich am Abend in der Alten Welt wieder Energie tanken würde, auch in Form von flüssigem Brot.

Hier die Links zu den Tipps:

Gasthaus Alte Welt:

https://www.altewelt.at

Hotel Wolfinger:

https://www.hotelwolfinger.at

Zahnmuseum:

http://www.zahnmuseum-linz.at/2020wordpress/wordpress/

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Interner Tipp

Oberösterreich

Unbekanntes Oberösterreich

Ich - Mikka Ich war schon immer eher Läufer und nicht Rädchen-Fahrer. Wir wohnten am Hang, ein unbefestigter Feldweg führte zu unserem Haus. Wir haben unsere Räder immer mehr geschoben als gefahren. Später verdiente ich mein Geld als Bademeister und Fensterputzer, da war ich auch viel zu Fuß unterwegs, ja und dann habe ich mit dem Marathon laufen angefangen. Und mit dem Bergwandern, ich war auch Reiseleiter im Himalaya. Als das Heruntergehen meinen Knien nicht mehr gefiel, hab ich das Paragleiten gelernt. Soviel zu meiner Sportkarriere. Beruflich lief es auch nicht so glatt. Als Junge wollte ich die Wetterstation auf der Zugspitze übernehmen. Es hat dann nur zum Wetterfrosch ohne Ausbildung gereicht. Lehrer konnte ich auch nicht werden, da hatte ich zwar eine Ausbildung, aber das Land NRW keine Jobs. Also wurde ich eben Reiseleiter, Reisereferent, Reiseverkäufer, Reiseredakteur und Reisejournalist. Ich bin ein bisschen herumgekommen. Habe Reisefilme gedreht, Reiseartikel und zwei Reisebücher geschrieben. Ich habe vor und hinter der Kamera gestanden, den Mount Everest fast bestiegen und die Sahara quasi durchquert. Ich bin viele Berge hochgelaufen und heruntergeflogen und ich bin seit 65 Jahren Gladbach Fan. Ich wurde in Mönchengladbach geboren.

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