55 Kilometer Strände liefern starke Argumente für einen Trip auf die knapp 100 Kilometer lange zweitgrößte Kanareninsel. Für mich in jedem Fall, denn an der Costa Calma, im Südteil der Insel, laden die endlosen Strände auch im Winter bei gut 20 Grad Wassertemperatur zum Wandern und anschließenden Baden ein.
Viel Sand und Meer
Für mich gibt’s zudem ein paar sehr leicht erreichbare, kleine Sandberge, die bei günstigen Windverhältnisse stundenlanges Fliegen über dem Meer erlauben.
Landeanflug zum Strand hinunter
Pico de la Zarza
Und dann wäre da noch mein Ehrgeiz, an jedem meiner Reiseziele den möglichst höchsten Berg der Region zu besteigen. Das ist mir auf meinen letzten Reisen nach Pakistan und Nepal nicht perfekt gelungen. Da fehlten immer ein paar tausend Höhenmeter.
Aber hier auf Fuerteventura wollte ich zuschlagen. Der höchste Berg der Insel heißt Pico de la Zarza, er ist gewaltige 807 Meter hoch, und ich wollte ihn auf der Direttissima besteigen. Vom Meer geradewegs hoch zum Gipfel. Genauer gesagt: vom Parkplatz eines Einkaufszentrums mit Namen Ventura (neben einem Burger King Laden), in Jandia Playa gelegen. Da stand ich an einem windstillen Morgen um kurz vor 9 Uhr. Ich bin die Straße bergan gegangen, nach zweihundert Metern nach links, einer langen Rechtskurve bergan gefolgt, und dann sah ich unterhalb eines gelben Gebäudes, am Rande eines kleinen Parkplatzes, dieses Hinweisschild.
So lange dauert der Aufstieg nicht!
Aufstieg
Ein schottriger Fahrweg schlängelte sich ab jetzt durch eine ziemlich eintönige Landschaft. Stetig steigend, in sanften Kurven, gemütlich, aber auch langweilig. Das Ziel am Horizont ließ bei mir auch keine Jubelstürme aufkommen.
Der sonnige Buckel am Horizont ist der Gipfel
Aber das Wetter stimmte, das Licht tat gut, die Sonne wärmte angenehm, zumal mit größerer Höhe langsam der Wind von Westen zunahm. Eine junge Frau stürmte auf ihrem Trainingslauf an mir vorbei.
Im Sturmschritt
Ansonsten keine Lebewesen weit und breit. Selbst für Ziegen war hier nichts mehr zu holen. Wenn man bedenkt, dass noch im frühen Mittelalter Fuerteventura in weiten Teilen, wie Gomera, von dichtem Lorbeerwald bedeckt war. Dann kamen die Ziegen, die Kalkbrenner mit ihren Öfen, vielleicht auch eine ausgeprägte Trockenzeit, und dann sah Fuerteventura irgendwann einmal so aus wie heute, „schön“ karg eben. Der Berg rückte dann doch schneller heran als gedacht. Die letzten 30 Minuten wurde der Fahrweg zum etwas steileren, ausgetretenen Pfad, und nach ca. 2 Stunden stand ich auf dem Gipfel. Nach Westen bricht der Höhenzug um den Pico de la Zarza fast senkrecht ab zu den Schotterflächen an der wilden Westküste.
Die Westküste mit dem Seidenhaarigen Goldstern im Vordergrund
Der immer stärker werdende Wind machte mir nach 15 Minuten den Abschied leichter.
Abstieg
Ein letzter Blick auf das einzige Grün am Berg, und dann gings für mich wieder bergab. Zeitlich genau richtig, denn oben am Berg veränderten sich die Verhältnisse in Minutenschnelle dramatisch.
Wolkenwalze am Pico de la Zarza
Der stürmische Westwind trieb eine gewaltige Wolkenwand über die Grate und kündigte einen schnellen Wetterwechsel an. Der diese beiden Wandersleute nicht weiter störte. Sie stapften, fast ohne Ausrüstung, in den gefährlichen Nebel. Ignoranten am Berg allerorten.
Wer das Wetter ignoriert, verdient sich eine kalte Dusche
Ich war am späten Mittag wieder zurück an der Ostküste und konnte am Nachmittag noch ein wunderbares Bad in den 20 Grad warmen Fluten des Atlantik genießen.
Link zu Reiseführer:
30 Wandertouren auf Fuerteventira finden sich im Rother Wanderführer. Die Nummer 26 beschreibt die Tour auf den Pico de la Zarza. Die Angaben sind sehr exakt, die Informationen aktuell und stimmig
55 Kilometer Strände liefern starke Argumente für einen Trip auf die knapp 100 Kilometer lange zweitgrößte Kanareninsel. Für mich in jedem Fall, denn an der Costa Calma, im Südteil der Insel, laden die endlosen Strände auch im Winter bei gut 20 Grad Wassertemperatur zum Wandern und anschließenden Baden ein.
Für mich gibt’s zudem ein paar sehr leicht erreichbare, kleine Sandberge, die bei günstigen Windverhältnisse stundenlanges Fliegen über dem Meer erlauben.
Pico de la Zarza
Und dann wäre da noch mein Ehrgeiz, an jedem meiner Reiseziele den möglichst höchsten Berg der Region zu besteigen. Das ist mir auf meinen letzten Reisen nach Pakistan und Nepal nicht perfekt gelungen. Da fehlten immer ein paar tausend Höhenmeter.
Aber hier auf Fuerteventura wollte ich zuschlagen. Der höchste Berg der Insel heißt Pico de la Zarza, er ist gewaltige 807 Meter hoch, und ich wollte ihn auf der Direttissima besteigen. Vom Meer geradewegs hoch zum Gipfel. Genauer gesagt: vom Parkplatz eines Einkaufszentrums mit Namen Ventura (neben einem Burger King Laden), in Jandia Playa gelegen. Da stand ich an einem windstillen Morgen um kurz vor 9 Uhr. Ich bin die Straße bergan gegangen, nach zweihundert Metern nach links, einer langen Rechtskurve bergan gefolgt, und dann sah ich unterhalb eines gelben Gebäudes, am Rande eines kleinen Parkplatzes, dieses Hinweisschild.
Aufstieg
Ein schottriger Fahrweg schlängelte sich ab jetzt durch eine ziemlich eintönige Landschaft. Stetig steigend, in sanften Kurven, gemütlich, aber auch langweilig. Das Ziel am Horizont ließ bei mir auch keine Jubelstürme aufkommen.
Aber das Wetter stimmte, das Licht tat gut, die Sonne wärmte angenehm, zumal mit größerer Höhe langsam der Wind von Westen zunahm. Eine junge Frau stürmte auf ihrem Trainingslauf an mir vorbei.
Ansonsten keine Lebewesen weit und breit. Selbst für Ziegen war hier nichts mehr zu holen. Wenn man bedenkt, dass noch im frühen Mittelalter Fuerteventura in weiten Teilen, wie Gomera, von dichtem Lorbeerwald bedeckt war. Dann kamen die Ziegen, die Kalkbrenner mit ihren Öfen, vielleicht auch eine ausgeprägte Trockenzeit, und dann sah Fuerteventura irgendwann einmal so aus wie heute, „schön“ karg eben. Der Berg rückte dann doch schneller heran als gedacht. Die letzten 30 Minuten wurde der Fahrweg zum etwas steileren, ausgetretenen Pfad, und nach ca. 2 Stunden stand ich auf dem Gipfel. Nach Westen bricht der Höhenzug um den Pico de la Zarza fast senkrecht ab zu den Schotterflächen an der wilden Westküste.
Der immer stärker werdende Wind machte mir nach 15 Minuten den Abschied leichter.
Abstieg
Ein letzter Blick auf das einzige Grün am Berg, und dann gings für mich wieder bergab. Zeitlich genau richtig, denn oben am Berg veränderten sich die Verhältnisse in Minutenschnelle dramatisch.
Der stürmische Westwind trieb eine gewaltige Wolkenwand über die Grate und kündigte einen schnellen Wetterwechsel an. Der diese beiden Wandersleute nicht weiter störte. Sie stapften, fast ohne Ausrüstung, in den gefährlichen Nebel. Ignoranten am Berg allerorten.
Ich war am späten Mittag wieder zurück an der Ostküste und konnte am Nachmittag noch ein wunderbares Bad in den 20 Grad warmen Fluten des Atlantik genießen.
Link zu Reiseführer:
30 Wandertouren auf Fuerteventira finden sich im Rother Wanderführer. Die Nummer 26 beschreibt die Tour auf den Pico de la Zarza. Die Angaben sind sehr exakt, die Informationen aktuell und stimmig
https://www.rother.de/de/fuerteventura-3.html
Interner Link zum Besteigen des Teide auf Teneriffa
Nächtliche Besteigung des Teide