Wenn mich jemand vor diesem Blogeintrag gefragt hätte: Wo bitte liegen die Städte Oelde oder Springe?
Dann hätte ich auch als alter Geograph gesagt: Vermutlich irgendwo in Deutschland, so in der Mitte vielleicht. Genauer hätte ich es nicht hinbekommen. Obwohl beide Städte etwa genauso viele Einwohner haben wie Bregenz.
Und Bregenz, wo liegt das? Sonnenklar, am Bodensee, in Vorarlberg am Bregenzer Wald eben! Ist doch klar! Klein, aber bekannt!
Das Bühnenbild im Rohbau für die Festspiele 22
Etwa 30.000 Menschen leben dauerhaft in Bregenz. Ich habe in diesem Sommer nur vier Tage in der Stadt verbracht, aber die haben echt Lust auf mehr gemacht.
Hier meine Highlights:
Wanderung auf den Hausberg von Bregenz, den Pfänder
Das schöne: Man kann in der Stadt losgehen, braucht kein Auto, keine Bahn. Einfach zur Talstation der Pfänderbahn gehen und sich dort anhand der dort aufgehängten Karte einen Weg aussuchen. Ein bis zwei Stunden solltet ihr für den Aufstieg einplanen. Viele Wegpassagen führen durch schattigen Laubwald, immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke auf Stadt und See. Und vom Gipfel, immerhin gut 1000 Meter hoch, können angeblich 240 Alpenberge zu sichten sein. Natürlich könnt ihr weitere, leichte Wanderungen vom Gipfel aus unternehmen. Ich war faul, bin mit der Bahn zurück in die Stadt gefahren und habe den Bodensee genossen.
Der Sommer 22 machte ein paar Stunden Pause und so ging es für mich per Regionalzug in ca. 20 Minuten nach Hohenems, es folgte ein 15minütiger Spaziergang und dann stand ich vor der Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen jüdischen Viertels von Hohenems. Hier ist seit 1991 das Jüdische Museum untergebracht. Die 2007 vollständig neu gestaltete Dauerausstellung „vom Mittelalter bis heute“ stellt Menschen in den Vordergrund. Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten, sehr hautnah, sehr subjektiv. Neben der grundsätzlichen Thematik der jüdischen Geschichte rund um Hohenems haben mich die akribisch zusammengetragenen Zeugnisse der einzelnen Familien besonders gefesselt. Wie die der Familie Rosenthal, in deren 1864 erbauter Villa das Museum untergebracht ist.
Das Jüdische Museum in Hohenems
Eintritt: 8 Euro, mit der Vorarlbergcard einmaliger Gratis-Eintritt, Dienstag bis Sonntag von 10-17 Uhr geöffnet.
In Sachen Naherholung und Outdoormöglichkeiten ist Bregenz kaum zu überbieten. Der See vor der Tür und der Bregenzer Wald dahinter. Etwa 30 Minuten brauchte ich bis ins Zentrum nach Andelsbuch, einem Mekka der Paragleiter-Szene. Da war mir zu viel Trubel, also bin ich umgekehrt und in gut 10 Minuten über Egg nach Schetteregg gefahren. Hier befindet sich ein kleines Skigebiet und im Sommer laden sehr friedliche Wandersteige dazu ein die nahen Berge Tristenkopf und Winterstaude zu erkunden.
Der Weg zum Tristenkopf
Vom Fahrweg führte der wenig begangene Steig bald in stetig steigendes Gelände, oft im Waldschatten liegend. Ich hatte meinen Flieger auf dem Rücken, also ließ ich es gemächlich angehen. Knapp zwei Stunden habe ich bis auf den Tristenkopf gebraucht. Im Anschluss an die Waldzone querte der Weg (gut markiert) Richtung Vordere Niedere durch steiles Gelände (Trittsicherheit) bis in die Almen unterhalb des Tristenkopfes. Ich war mal wieder allein am Berg. Richtung Vordere Niedere, die von Andelsbuch mit einem Sessellift erschlossen ist, waren vermutlich zur selben Zeit hunderte Touristen unterwegs. Durch mittelsteile Bergwiesen führte mein Weg bis zum Gipfelkreuz auf gut 1700 Metern Höhe. Ruhe, Frieden, Sonnenschein und gegen 12.00 Uhr auch der passende Wind.
mein Startplatz unterhalb des Gipfels
20 Minuten später landete ich gegen den kräftigen Talwind auf einer großen, gemähten Wiese neben meinem Auto. Und gut eine Stunde später hatte ich wieder die Badehose und Schwimmbrille an und lag im Bodensee.
Die Stadt und der See
Bregenz ist eine kleine Stadt und das machte sich bei meiner Sightseeingtour natürlich bezahlt. Ich bin nicht so der urbane Mensch, entsprechend gut passte mir die Stadt im Dreiländereck. Ein geruhsamer Spaziergang durch die Oberstadt mit Martinsturm, ein Blick auf das schmalste Haus Europas…
Das schmalste Haus Europas: Kirchstraße 29
…und ein Stündchen im Vorarlberg Museum ließen den Vormittag schnell vergehen.
Anschließend richtete sich mein Blick schon wieder in Richtung See. Im Stadtgebiet gibt es unzählige offene Uferbereiche, von denen man problemlos in den See steigen kann. Und es gibt das berühmte „Mili“, die älteste Badeanstalt am Bodensee.
Das Mili
Das 1825 erbaute Militärbad diente ursprünglich zur Ausbildung von Rekruten. Baden wie vor 100 Jahren, mir hat es sehr gefallen.
Beim Wasserball war hier früher die „Hölle“ los.
Und den Eintritt von gut 5 Euro habe ich gerne bezahlt.
Wenn mich jemand vor diesem Blogeintrag gefragt hätte: Wo bitte liegen die Städte Oelde oder Springe?
Dann hätte ich auch als alter Geograph gesagt: Vermutlich irgendwo in Deutschland, so in der Mitte vielleicht. Genauer hätte ich es nicht hinbekommen. Obwohl beide Städte etwa genauso viele Einwohner haben wie Bregenz.
Und Bregenz, wo liegt das? Sonnenklar, am Bodensee, in Vorarlberg am Bregenzer Wald eben! Ist doch klar! Klein, aber bekannt!
Etwa 30.000 Menschen leben dauerhaft in Bregenz. Ich habe in diesem Sommer nur vier Tage in der Stadt verbracht, aber die haben echt Lust auf mehr gemacht.
Hier meine Highlights:
Wanderung auf den Hausberg von Bregenz, den Pfänder
Das schöne: Man kann in der Stadt losgehen, braucht kein Auto, keine Bahn. Einfach zur Talstation der Pfänderbahn gehen und sich dort anhand der dort aufgehängten Karte einen Weg aussuchen. Ein bis zwei Stunden solltet ihr für den Aufstieg einplanen. Viele Wegpassagen führen durch schattigen Laubwald, immer wieder öffnen sich schöne Ausblicke auf Stadt und See. Und vom Gipfel, immerhin gut 1000 Meter hoch, können angeblich 240 Alpenberge zu sichten sein. Natürlich könnt ihr weitere, leichte Wanderungen vom Gipfel aus unternehmen. Ich war faul, bin mit der Bahn zurück in die Stadt gefahren und habe den Bodensee genossen.
Der Link zur Pfänderbahn:
https://www.pfaenderbahn.at/de/
Besuch des Jüdischen Museum in Hohenems
Der Sommer 22 machte ein paar Stunden Pause und so ging es für mich per Regionalzug in ca. 20 Minuten nach Hohenems, es folgte ein 15minütiger Spaziergang und dann stand ich vor der Villa Heimann-Rosenthal im Zentrum des ehemaligen jüdischen Viertels von Hohenems. Hier ist seit 1991 das Jüdische Museum untergebracht. Die 2007 vollständig neu gestaltete Dauerausstellung „vom Mittelalter bis heute“ stellt Menschen in den Vordergrund. Menschen aus den unterschiedlichsten sozialen Schichten, sehr hautnah, sehr subjektiv. Neben der grundsätzlichen Thematik der jüdischen Geschichte rund um Hohenems haben mich die akribisch zusammengetragenen Zeugnisse der einzelnen Familien besonders gefesselt. Wie die der Familie Rosenthal, in deren 1864 erbauter Villa das Museum untergebracht ist.
Eintritt: 8 Euro, mit der Vorarlbergcard einmaliger Gratis-Eintritt, Dienstag bis Sonntag von 10-17 Uhr geöffnet.
Hier ein hilfreicher Link:
https://www.vorarlberg.travel/poi/juedisches-museum/
Wandern im Bregenzer Wald
In Sachen Naherholung und Outdoormöglichkeiten ist Bregenz kaum zu überbieten. Der See vor der Tür und der Bregenzer Wald dahinter. Etwa 30 Minuten brauchte ich bis ins Zentrum nach Andelsbuch, einem Mekka der Paragleiter-Szene. Da war mir zu viel Trubel, also bin ich umgekehrt und in gut 10 Minuten über Egg nach Schetteregg gefahren. Hier befindet sich ein kleines Skigebiet und im Sommer laden sehr friedliche Wandersteige dazu ein die nahen Berge Tristenkopf und Winterstaude zu erkunden.
Vom Fahrweg führte der wenig begangene Steig bald in stetig steigendes Gelände, oft im Waldschatten liegend. Ich hatte meinen Flieger auf dem Rücken, also ließ ich es gemächlich angehen. Knapp zwei Stunden habe ich bis auf den Tristenkopf gebraucht. Im Anschluss an die Waldzone querte der Weg (gut markiert) Richtung Vordere Niedere durch steiles Gelände (Trittsicherheit) bis in die Almen unterhalb des Tristenkopfes. Ich war mal wieder allein am Berg. Richtung Vordere Niedere, die von Andelsbuch mit einem Sessellift erschlossen ist, waren vermutlich zur selben Zeit hunderte Touristen unterwegs. Durch mittelsteile Bergwiesen führte mein Weg bis zum Gipfelkreuz auf gut 1700 Metern Höhe. Ruhe, Frieden, Sonnenschein und gegen 12.00 Uhr auch der passende Wind.
20 Minuten später landete ich gegen den kräftigen Talwind auf einer großen, gemähten Wiese neben meinem Auto. Und gut eine Stunde später hatte ich wieder die Badehose und Schwimmbrille an und lag im Bodensee.
Die Stadt und der See
Bregenz ist eine kleine Stadt und das machte sich bei meiner Sightseeingtour natürlich bezahlt. Ich bin nicht so der urbane Mensch, entsprechend gut passte mir die Stadt im Dreiländereck. Ein geruhsamer Spaziergang durch die Oberstadt mit Martinsturm, ein Blick auf das schmalste Haus Europas…
…und ein Stündchen im Vorarlberg Museum ließen den Vormittag schnell vergehen.
Anschließend richtete sich mein Blick schon wieder in Richtung See. Im Stadtgebiet gibt es unzählige offene Uferbereiche, von denen man problemlos in den See steigen kann. Und es gibt das berühmte „Mili“, die älteste Badeanstalt am Bodensee.
Das 1825 erbaute Militärbad diente ursprünglich zur Ausbildung von Rekruten. Baden wie vor 100 Jahren, mir hat es sehr gefallen.
Und den Eintritt von gut 5 Euro habe ich gerne bezahlt.
Hier der Link zum Bad:
https://www.bodensee.de/erleben/baden-im-bodensee/seebad-mili-bregenz
Fazit: Ich habe Bregenz genossen, die Stadt, den See davor und den Wald dahinter.
Bregenz lohnt sich!!
Noch ein „kurz mal nach…“ Tipp gefällig?
Kurz mal nach Bozen