Das muss man den Touristikern im Pinzgau schon lassen: Den Menschen aus Saudi Arabien und dem gesamten Morgenland Zell am See und Kaprun als Paradies, wie es im Koran beschrieben ist, so richtig schmackhaft zu machen, war eine Meisterleistung.
Das Paradies auf Erden: Die Region Zell am See / Kaprun
Klar, für den See, die Bäche, die Almen, die Wälder, den Nieselregen und den Schnee am Kitzsteinhorn konnten sie nichts. So sehen Natur und Wetter im Pinzgau halt aus.
Schon schön: Das Pinzgau mit Großglockner im Hintergrund und Kitzsteinhorn rechts
Aber damit hat die Region bei den Menschen von der Arabischen Halbinsel nur anfänglich gepunktet. Entscheidend war, dass Zell am See und Kaprun sehr schnell und zielstrebig die nötige Infrastruktur aufgebaut haben, damit die neuen Gäste sich auch wohlfühlen im Paradies, in Gaudi Arabien eben. Apartmenthäuser, Geschäfte, Restaurants wurden aus dem Boden gestampft.
Die Appartmenthäuser heißen nicht mehr Alpenblick oder Tauernresidenz, sondern Falcon = Falke (Nationalvogel in Saudi Arabien)
Dazu kam eine professionelle Willkommenskultur mit vielen maßgeschneiderten Angeboten, zum Beispiel dem Verleihservice von warmer Kleidung für die Gondelauffahrt zum Kitzsteinhorn.
Kitzsteinhorn
Da oben kann es auch im Sommer kalt werden
Ich war drei Tage in der Region, bin ganz fleißig herumgewandert und mit vielen Saudis ins Gespräch gekommen. Wo ein Stück grüner Wiese und ein Bach in unmittelbarer Straßen- und Appartmenthausnähe zu finden war, wurde Picknick gemacht. Am liebsten bei Nieselregen. Und den gibts im Pinzgau doch relativ verläßlich. 200 Eimer Wasser lädt der Wettergott alljährlich über dem Pinzgau ab, pro Quadratmeter! Für Saudi Arabien hat er im Schnitt nur noch knapp 5 Eimer im Gepäck.
Die Jungs waren sogar mit Ihren Jeeps von Saudi Arabien über Land ins Paradies gekommen – mit heimischem Kaffee und den geliebten Datteln im Gepäck
Ich wurde umgehend eingeladen, zumindest einen kalten Orangensaft mit ihnen zu trinken. Sie fanden es großartig in Gaudi-Arabien. Nur etwas zu warm und zu wenig regnerisch war es ihnen. Wobei, in Riad lagen die Temperaturen an diesem Tag bei 43 Grad. Wir haben das zusammen bei wetteronline nachgeschaut.
Meine Vorstellung von Paradies sieht geringfügig anders aus
Übrigens:
Wenn ihr mal wie ich mit ein paar Saudis über ihr Paradies im Pinzgau reden solltet, wundert euch nicht, wenn sie ständig das Wort Sellamsi in den Mund nehmen. Sie sprechen dann von ZellamSee.
Natürlich bin ich auch zum Kitzsteinhorn hinaufgefahren
Da traf ich neben vielen Arabern und Araberinnen aber auch Adell Kurdi, einen Sicherheitsexperte mit usbekischen, irakischen und chinesischen Wurzeln, der in den USA arbeitet und eine Frau von den Philippinen liebt. Wir hatten Spaß oben am Kitzsteinhorn und haben im Schnelldurchgang die Weltpolitik erörtert.
Natürlich habe ich mir auch die triste Spätsommerlandschaft am Kitzsteinhorn angeschaut. Trist, weil von der Gletscherlandschaft, wie sie auf den Infotafeln unten im Tal noch arg geschönt gezeigt wird, nicht mehr viel übrig ist.
So sieht es da oben nicht mehr aus.
Sondern so!
Der ehemalige Gletscher, das Schmiedinger Kees, ist zu einem isolierten Resteisfeld ohne Gletscher typischem Nährgebiet verkommen.
Toteis, das in wenigen Jahren verschwunden sein wird.
Unterhalb von 3000 Metern Meereshöhe kann in den Alpen wegen unserer globalen Erderwärmung kein neues und dauerhaftes Gletschereis gebildet werden. Die gewaltigen künstlichen Beschneiungsanlagen im ehemaligen Nährgebiet des Schmiedinger Kees können den endgültigen Tod der Eisfläche hinauszögern, aber ganz sicher nicht mehr verhindern.
Man sieht den Schneebuckel, den die Kanonen produziert haben
Meine Bilder machen das leider deutlich. Schade auch für die zahlungskräftigen Gäste aus dem Morgenland und deren Paradies-Vorstellung.
Der Wetterbericht hatte am Nachmittag oben am Kitzsteinhorn einen Schneeschauer vorhergesagt. Darauf warteten die Vier
Und schade für die Menschen vor Ort. Sich wieder nur noch mit geizigen Piefkes und Holländern herumschlagen wäre schon ein großes Ärgernis.
Und in diesem Sommer kam es noch schlimmer!
Gegen den Klimawandel können die Kapruner mit Schneekanonen schießen, aber im Kampf gegen die Huthi, die vom Jemen aus ihre gut betuchte Gästeschar bedrohen, helfen keinerlei Kanonen. Die Folge: Auf der Arabischen Halbinsel sorgen sich die Menschen neuerdings um ihre Sicherheit vor Ort, Gaudi-Arabien hat diesen Sommer daher keine Hochsaison. Schaden für alle Beteiligten und: der Klimawandel kann ausnahmsweise mal nichts dafür.
Hier der interne Link zu meinem Beitrag von letzter Woche
Das muss man den Touristikern im Pinzgau schon lassen: Den Menschen aus Saudi Arabien und dem gesamten Morgenland Zell am See und Kaprun als Paradies, wie es im Koran beschrieben ist, so richtig schmackhaft zu machen, war eine Meisterleistung.
Klar, für den See, die Bäche, die Almen, die Wälder, den Nieselregen und den Schnee am Kitzsteinhorn konnten sie nichts. So sehen Natur und Wetter im Pinzgau halt aus.
Aber damit hat die Region bei den Menschen von der Arabischen Halbinsel nur anfänglich gepunktet. Entscheidend war, dass Zell am See und Kaprun sehr schnell und zielstrebig die nötige Infrastruktur aufgebaut haben, damit die neuen Gäste sich auch wohlfühlen im Paradies, in Gaudi Arabien eben. Apartmenthäuser, Geschäfte, Restaurants wurden aus dem Boden gestampft.
Dazu kam eine professionelle Willkommenskultur mit vielen maßgeschneiderten Angeboten, zum Beispiel dem Verleihservice von warmer Kleidung für die Gondelauffahrt zum Kitzsteinhorn.
Kitzsteinhorn
Ich war drei Tage in der Region, bin ganz fleißig herumgewandert und mit vielen Saudis ins Gespräch gekommen. Wo ein Stück grüner Wiese und ein Bach in unmittelbarer Straßen- und Appartmenthausnähe zu finden war, wurde Picknick gemacht. Am liebsten bei Nieselregen. Und den gibts im Pinzgau doch relativ verläßlich. 200 Eimer Wasser lädt der Wettergott alljährlich über dem Pinzgau ab, pro Quadratmeter! Für Saudi Arabien hat er im Schnitt nur noch knapp 5 Eimer im Gepäck.
Ich wurde umgehend eingeladen, zumindest einen kalten Orangensaft mit ihnen zu trinken. Sie fanden es großartig in Gaudi-Arabien. Nur etwas zu warm und zu wenig regnerisch war es ihnen. Wobei, in Riad lagen die Temperaturen an diesem Tag bei 43 Grad. Wir haben das zusammen bei wetteronline nachgeschaut.
Übrigens:
Wenn ihr mal wie ich mit ein paar Saudis über ihr Paradies im Pinzgau reden solltet, wundert euch nicht, wenn sie ständig das Wort Sellamsi in den Mund nehmen. Sie sprechen dann von ZellamSee.
Natürlich bin ich auch zum Kitzsteinhorn hinaufgefahren
Da traf ich neben vielen Arabern und Araberinnen aber auch Adell Kurdi, einen Sicherheitsexperte mit usbekischen, irakischen und chinesischen Wurzeln, der in den USA arbeitet und eine Frau von den Philippinen liebt. Wir hatten Spaß oben am Kitzsteinhorn und haben im Schnelldurchgang die Weltpolitik erörtert.
Natürlich habe ich mir auch die triste Spätsommerlandschaft am Kitzsteinhorn angeschaut. Trist, weil von der Gletscherlandschaft, wie sie auf den Infotafeln unten im Tal noch arg geschönt gezeigt wird, nicht mehr viel übrig ist.
Der ehemalige Gletscher, das Schmiedinger Kees, ist zu einem isolierten Resteisfeld ohne Gletscher typischem Nährgebiet verkommen.
Unterhalb von 3000 Metern Meereshöhe kann in den Alpen wegen unserer globalen Erderwärmung kein neues und dauerhaftes Gletschereis gebildet werden. Die gewaltigen künstlichen Beschneiungsanlagen im ehemaligen Nährgebiet des Schmiedinger Kees können den endgültigen Tod der Eisfläche hinauszögern, aber ganz sicher nicht mehr verhindern.
Meine Bilder machen das leider deutlich. Schade auch für die zahlungskräftigen Gäste aus dem Morgenland und deren Paradies-Vorstellung.
Und schade für die Menschen vor Ort. Sich wieder nur noch mit geizigen Piefkes und Holländern herumschlagen wäre schon ein großes Ärgernis.
Und in diesem Sommer kam es noch schlimmer!
Gegen den Klimawandel können die Kapruner mit Schneekanonen schießen, aber im Kampf gegen die Huthi, die vom Jemen aus ihre gut betuchte Gästeschar bedrohen, helfen keinerlei Kanonen. Die Folge: Auf der Arabischen Halbinsel sorgen sich die Menschen neuerdings um ihre Sicherheit vor Ort, Gaudi-Arabien hat diesen Sommer daher keine Hochsaison. Schaden für alle Beteiligten und: der Klimawandel kann ausnahmsweise mal nichts dafür.
Hier der interne Link zu meinem Beitrag von letzter Woche
Großer Rettenstein
Und der Link zum Stern Beitrag über Gaudi-Arabien:
https://www.stern.de/reise/europa/zell-am-see–gaudi-arabien-im-alpen-paradies-in-oesterreich-7636582.html