Macht man nicht fast alles im Leben irgendwie Schritt für Schritt. Klar, für die eine Aktion braucht man wenige Schritte, für die andere ein paar mehr. Und auch klar: Eine(r) braucht weniger Schritte, um zum Beispiel eine Spülmaschine auszuräumen als die/der andere. Sonnenklar wurde mir das am Morgen des 10. Oktober. Ich stand um kurz nach 8 Uhr in der Bonner Rheinaue und wollte auf einer Wanderung meine Heimat besser kennenlernen, oder den wunderbaren Sonnentag im Freien genießen, oder die Wadenmuskeln ein bisschen spielen lassen.
Morgenstimmung auf dem Weg durch die Rheinaue zum Startplatz
Dafür hatte ich mich bei dem Wander-Veranstalter Schritt für Schrittangemeldet. Meinen letzten Lauf-Marathon habe ich vor 22 Jahren in Venedig absolviert
Marathon-Wanderung
Und als ich da so an der Startlinie stand, fiel mein Blick auf eine Frau neben mir. Die hatte sehr, sehr lange Beine und da habe ich mich gefragt. Wenn ich so ca. 50000 Schritte vor der Brust hatte, wie viele musste die Dame neben mir wohl investieren, um die geplante Marathondistanz (42,195 km) zu bewältigen? Ich hätte sie um ihre Einschätzung gerne befragt, aber sie ging im Sauseschritt los und entschwand alsbald meinem Blickfeld. Eigentlich gut für mich, denn ich benötigte einen Menschen mit meiner Beinlänge, meiner Schrittfrequenz und meinem Tempo in meiner Nähe, der die Wegstrecke auf seiner Handy-App gespeichert hatte. Bei Kilometer 5 hatte ich ihn vor mir, meinen persönlichen „Hasen“, den ich fortan nicht mehr aus den Augen ließ. Ich hasse es nämlich, unterwegs auf irgendein Navigationsgerät zu schauen. Das Wetter war großartig, die Strecke eher eintönig. Auf der linken Rheinseite von Bonn liegt halt der platte Kottenforst, auf der rechten Seite das viel schönere Siebengebirge.
Verpflegungsstation 1
Nach knapp 13 Kilometern wäre ich fast an der ersten Verpflegungsstation vorbeigelaufen. Mein „Hase“ hatte einen plötzlichen Haken nach rechts geschlagen und der war mir entgangen. Hätte ich meinen Fehler nicht rechtzeitig entdeckt, wäre mir dann dieses wunderbare Frühstücksbuffet entgangen. Nicht einfach Käsebrötchen, nein: mit Garnitur! Und Torten über Torten, dazu frischer Kaffee.
Nur eine kleine Auswahl des Buffets ist hier zu sehen
Und zur Abrundung ein bisschen Haribo-Konfekt. Wow! Leider machte mein „Hase“ Hektik. Ich musste weiter, wollte ich ihn nicht aus den Augen verlieren. Mittlerweile war nämlich klar, dass die Wegmarkierungen nicht ausreichten, um mich ohne Umwege oder komplette Verirrungen ans Ziel zu führen.
Hier waren die Wegmarkierungen schwach, dafür die Landschaft richtig schön
Am Rande von Witterschlick (ein Dorf am Wegesrand) stand sehr überraschend Nils mit seinem PKW und bot aus dem Kofferraum kleine Snacks und Kaltgetränke an. Nils ist der Organisator der Schritt für Schritt Märsche, der sich offensichtlich selbst kümmert, super!
Im Wald von Witterschlick hatte dann auch mein „Hase“ einen kurzen Aussetzer, den er dank App schnell korrigierte. Wegmarkierungen waren nicht zu finden. Geradeaus verlief der Hauptweg, unser Pfad bog aber rechts ab und führte über umgefallene Baumstämme den Hang hinauf. Irgendwo da im Wald passierte ich auch die Dame mit den sehr, sehr langen Beinen. Die stellten wohl in Teilen ihren Dienst ein, schade..
Tja, die Beine sind beim Wandern sehr wichtige Körperteile
Verpflegungsstation 2
Landschaftlich gab es weiterhin keine Highlights zu bestaunen, dafür entschädigte die zweite Verpflegungsstation bei Kilometer 29,2 umso mehr. Auch hier gab es viele leckere Versuchungen, die Wanderung für eine ausgedehnte Mittagspause zu unterbrechen. Mein Mann mit der App wollte aber sehr schnell weiter und ich war nicht böse drum.
Dies beiden Wanderinnen hatten sich auch meinen „Hasen“ ausgesucht (50 Meter vor uns zu erkennen)
Nach über vier Stunden auf den Beinen wächst der Wunsch die Veranstaltung zu einem zügigen Ende zu bringen. Am Botanischen Garten und der Uni vorbei zog sich die Strecke Richtung Rhein. Den mussten wir über die Kennedybrücke einmal in den Stadtteil Beuel überqueren und nach einer kurzen Wanderstrecke flussaufwärts wieder zurück auf die linksrheinische Seite, um in der Rheinaue nach 6 Stunden und 40 Minuten ein wohltuendes Finisher-Radler zu genießen.
Zurück in der Rheinaue
Mein Fazit: Die Gebühr von 60 Euro, die ich für die Teilnahme am Bonner Schritt für SchrittMarathon.Marsch bezahlen musste, war gerechtfertigt. Der Service von Nils und seinem Team war absolut top. Freundliche Menschen haben einen tollen Job gemacht. Bei der Streckenmarkierung war noch etwas Luft nach oben. Darauf hatte Nils im Vorfeld allerdings hingewiesen, und dafür gab es die Strecke in der App. Und: Es gibt sicherlich landschaftlich schönere Strecken und die Außenbezirke von Bonn sind auch kein Augenschmaus. Ich persönlich fände eine rechtsrheinische Streckenführung spannender. Schäl Sick hin oder her.
Macht man nicht fast alles im Leben irgendwie Schritt für Schritt. Klar, für die eine Aktion braucht man wenige Schritte, für die andere ein paar mehr. Und auch klar: Eine(r) braucht weniger Schritte, um zum Beispiel eine Spülmaschine auszuräumen als die/der andere. Sonnenklar wurde mir das am Morgen des 10. Oktober. Ich stand um kurz nach 8 Uhr in der Bonner Rheinaue und wollte auf einer Wanderung meine Heimat besser kennenlernen, oder den wunderbaren Sonnentag im Freien genießen, oder die Wadenmuskeln ein bisschen spielen lassen.
Dafür hatte ich mich bei dem Wander-Veranstalter Schritt für Schritt angemeldet. Meinen letzten Lauf-Marathon habe ich vor 22 Jahren in Venedig absolviert
Marathon-Wanderung
Und als ich da so an der Startlinie stand, fiel mein Blick auf eine Frau neben mir. Die hatte sehr, sehr lange Beine und da habe ich mich gefragt. Wenn ich so ca. 50000 Schritte vor der Brust hatte, wie viele musste die Dame neben mir wohl investieren, um die geplante Marathondistanz (42,195 km) zu bewältigen? Ich hätte sie um ihre Einschätzung gerne befragt, aber sie ging im Sauseschritt los und entschwand alsbald meinem Blickfeld. Eigentlich gut für mich, denn ich benötigte einen Menschen mit meiner Beinlänge, meiner Schrittfrequenz und meinem Tempo in meiner Nähe, der die Wegstrecke auf seiner Handy-App gespeichert hatte. Bei Kilometer 5 hatte ich ihn vor mir, meinen persönlichen „Hasen“, den ich fortan nicht mehr aus den Augen ließ. Ich hasse es nämlich, unterwegs auf irgendein Navigationsgerät zu schauen. Das Wetter war großartig, die Strecke eher eintönig. Auf der linken Rheinseite von Bonn liegt halt der platte Kottenforst, auf der rechten Seite das viel schönere Siebengebirge.
Verpflegungsstation 1
Nach knapp 13 Kilometern wäre ich fast an der ersten Verpflegungsstation vorbeigelaufen. Mein „Hase“ hatte einen plötzlichen Haken nach rechts geschlagen und der war mir entgangen. Hätte ich meinen Fehler nicht rechtzeitig entdeckt, wäre mir dann dieses wunderbare Frühstücksbuffet entgangen. Nicht einfach Käsebrötchen, nein: mit Garnitur! Und Torten über Torten, dazu frischer Kaffee.
Und zur Abrundung ein bisschen Haribo-Konfekt. Wow! Leider machte mein „Hase“ Hektik. Ich musste weiter, wollte ich ihn nicht aus den Augen verlieren. Mittlerweile war nämlich klar, dass die Wegmarkierungen nicht ausreichten, um mich ohne Umwege oder komplette Verirrungen ans Ziel zu führen.
Am Rande von Witterschlick (ein Dorf am Wegesrand) stand sehr überraschend Nils mit seinem PKW und bot aus dem Kofferraum kleine Snacks und Kaltgetränke an. Nils ist der Organisator der Schritt für Schritt Märsche, der sich offensichtlich selbst kümmert, super!
Im Wald von Witterschlick hatte dann auch mein „Hase“ einen kurzen Aussetzer, den er dank App schnell korrigierte. Wegmarkierungen waren nicht zu finden. Geradeaus verlief der Hauptweg, unser Pfad bog aber rechts ab und führte über umgefallene Baumstämme den Hang hinauf. Irgendwo da im Wald passierte ich auch die Dame mit den sehr, sehr langen Beinen. Die stellten wohl in Teilen ihren Dienst ein, schade..
Verpflegungsstation 2
Landschaftlich gab es weiterhin keine Highlights zu bestaunen, dafür entschädigte die zweite Verpflegungsstation bei Kilometer 29,2 umso mehr. Auch hier gab es viele leckere Versuchungen, die Wanderung für eine ausgedehnte Mittagspause zu unterbrechen. Mein Mann mit der App wollte aber sehr schnell weiter und ich war nicht böse drum.
Nach über vier Stunden auf den Beinen wächst der Wunsch die Veranstaltung zu einem zügigen Ende zu bringen. Am Botanischen Garten und der Uni vorbei zog sich die Strecke Richtung Rhein. Den mussten wir über die Kennedybrücke einmal in den Stadtteil Beuel überqueren und nach einer kurzen Wanderstrecke flussaufwärts wieder zurück auf die linksrheinische Seite, um in der Rheinaue nach 6 Stunden und 40 Minuten ein wohltuendes Finisher-Radler zu genießen.
Mein Fazit: Die Gebühr von 60 Euro, die ich für die Teilnahme am Bonner Schritt für Schritt Marathon.Marsch bezahlen musste, war gerechtfertigt. Der Service von Nils und seinem Team war absolut top. Freundliche Menschen haben einen tollen Job gemacht. Bei der Streckenmarkierung war noch etwas Luft nach oben. Darauf hatte Nils im Vorfeld allerdings hingewiesen, und dafür gab es die Strecke in der App. Und: Es gibt sicherlich landschaftlich schönere Strecken und die Außenbezirke von Bonn sind auch kein Augenschmaus. Ich persönlich fände eine rechtsrheinische Streckenführung spannender. Schäl Sick hin oder her.
https://www.schrittfuerschritt.org
Lust auf das Siebengebirge? – hier der Link:
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